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A8-Ausbau: Vorfahrt für Sicherheit, Lärmschutz und Tempolimit

autobahn-a8-bei-bernau

Geschrieben von:Ulla Zeitlmann

2. März 2020

Meine Position zum A 8-Ausbau von Rosenheim bis zur Landesgrenze:

Ich spreche mich für einen wirtschaftlichen Ausbau der Autobahn A8 aus. Deshalb unterstütze ich die Planung, welche die aktuell 4-spurige Fahrbahn der Autobahn A8 von Rosenheim bis zur Landesgrenze um zwei Standspuren erweitert.
Ich fordere ein sofortiges Tempolimit von 120 km/h auf diesem Abschnitt. Darüber hinaus befürworte ich einen effektiven Lärmschutz zum Schutz vor gesundheitlichen Schäden.

Die Grünen Fraktionen im Bundestag und Landtag unterstützen diese Forderung.

Einen Ausbau der Autobahn A8, wie im Bundesverkehrswegeplan bzw. im Fernstraßenausbaugesetz vorgesehen, mit 8+2 Streifen von München zum Inntaldreieck und 6+2 Streifen vom Inntaldreieck bis zur Bundesgrenze bei Piding lehne ich ab.   

Ich bin für einen moderaten Ausbau und eine rationale Verkehrspolitik, die das Klima schützt und die Schönheit der Voralpen-Landschaft und unsere natürlichen Lebensgrundlagen bewahrt.

Das sind die Gründe gegen einen 1A Ausbau:

Flächenverbrauch

Die Breite der Autobahn würde durch den vom BMVI geplanten Ausbaustandard „1A“ nahezu verdoppelt (von heute 17 m bzw 21 m  auf mindestens 36 m). Nicht eingerechnet sind die zusätzlichen Flächen für Lärmschutz, die Schallausbreitung infolge verdoppelter Fahrbahn erfordert deutlich höhere Lärmschutzwände (von bis zu 8 m Höhe). Die A8 durschneidet schon heute 10 Naturschutzgebiete. Der Flächenverbrauch einer 6-spurigen Ausbaustufe wäre vollkommen überdimensioniert.

Verkehrsprognosen 

Nach den Verkehrsprognosen nimmt der Verkehr hinter dem Inntaldreieck Richtung Landesgrenze kontinuierlich ab. Dort wird der Ausbau mit Freizeitverkehr schön gerechnet, dieser hat aber praktisch keinen volkswirtschaftlichen Nutzen.

An 330 Tagen sind die aktuellen Kapazitäten ausreichend

Die Grenzwerte für einen erforderlichen-Ausbau von 6 Fahrspuren plus 2 Standspuren werden nur an durchschnittlich 26 Ferien-Wochenend-Tagen erreicht. Sonst liegt die Verkehrsbelastung in einem Bereich, für den die Norm 4 Fahrspuren zulässt. Beispielsweise wurde die Südumfahrung München bei vergleichbarer Prognose mit 4 Fahrspuren und 2 Standspuren geplant.

Urlauber möglichst schnell und ohne Tempolimit in die österreichischen Skigebiete und andere ausländische Feriendestinationen fahren zu lassen, rechtfertigt nicht den landschaftszerstörenden Eingriff durch den 1A Ausbaustandard (der höchste verfügbare Standard beim Bau von Autobahnen) und bringt der Region nur Nachteile.

Stellungnahme des Bundesrechnungshofs und Rechnungsprüfungsausschusses

Der Bundesrechnungshof bemängelte, dass das BMVI die sehr unterschiedlichen Verkehrsbelastungen der Strecke nicht berücksichtigt habe, insbesondere für den Abschnitt vom Chiemsee bis zur Bundesgrenze. In der Stellungnahme wird festgestellt, dass der Ausbau mit 3 Fahrspuren vom Inntal bis zur Bundesgrenze so nicht gebaut werden darf.

Das BMVI hat eingeräumt, dass der Ausbau mit 4 Fahrspuren die prognostizierte durchschnittliche Verkehrsbelastung in einer ausreichenden Verkehrsqualität abwickeln kann.

Gleichzeitig hat es das BMVI hat es nicht für notwendig erachtet, Berechnungen für einen Ausbau mit 4 Fahrspuren durchzuführen.

Die Planung des BMVI ist Ausdruck einer völlig verfehlten, ideologiebehafteten Verkehrspolitik. Diese Verkehrspolitik hat bisher die berechtigten Interessen von Klimaschutz, Umweltschutz sowie die der Bürgerinnen und Bürger am Schutz ihrer Gesundheit völlig übergangen.  Sie beweist, dass die Bundesregierung und bayerische Staatsregierung es nicht ernst nehmen mit dem Flächensparen.

Die Ausbaupläne des BMVI sind mit dem Klimaschutz nicht vereinbar. Wenn Deutschland seine verbindlich vereinbarten Klimaschutzziele erreichen will, dürfen Bund und Land nicht mehr Straßenbau in Maximalvarianten betreiben, sondern müssen das Geld in den Ausbau von Bahn, Bus und Radverkehr stecken.

Die geplante Mega-A8 würde zusätzlichen Verkehr anziehen. Wie der bereits erfolgte Ausbau im Abschnitt München- Ulm zeigt, führt dies zu einer massiven Zunahme von schweren Verkehrsunfällen bei hohen Geschwindigkeiten, was wiederum die Feuerwehr und sonstige ehrenamtliche Rettungsdienste extrem belastet. Lärm, Abgase und Feinstaub würden signifikant zunehmen.

Mit den von uns geforderten 2 zusätzlichen, nicht befahrbaren Standspuren könnten wesentliche Einsparungen erzielt und viele Staus könnten vermieden werden, weil häufiger 2 Fahrspuren frei bleiben können.

Die besondere und sensible Voralpen Landschaft wäre weniger beeinträchtigt.

Mit einem Tempolimit wird die Unfallgefahr gesenkt und die Verkehrssicherheit erhöht. Es ist klimafreundlich und reduziert Verkehrslärm, erhöht den Verkehrsfluss und damit die Kapazität der Autobahn.

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1 Kommentar

  1. Angela Czizegg

    Liebe Ulla, ich bin auch auf der Kreisratsliste der Grünen und danke Dir ganz herzlich für Dein heutiges Bekenntnis, dass „Die Grünen“ bei der weiteren Planung zum Brennernordzulauf auf die Bewahrung der Schönheit unserer Voralpen-Landschaft und unsere natürlichen Lebensgrundlagen achten. Wir stehen für den Erhalt von Natur und Umwelt sowie für die Verbesserung des Klimas. Moore für Steuergelder, zur Verbesserung der CO2 Werte, zu renaturieren fördern wir. Neue Bahntrassen, die das Moor Zerstören, dürfen wir daher nicht unterstützen. Weiter so und alles Gute für den Endspurt. Angi

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