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Wahlprüfsteine der Inntal Werkstätten

Wahlprüfsteine zur Sozialpolitik im Landkreis Rosenheim - Bild: Inklusives Wohnen

Geschrieben von:Ulla Zeitlmann

12. März 2020

6 Fragen zur Sozialpolitik der Inntal Werkstätten – Stiftung Attl 

Waren Sie schon einmal in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung?

Nein, leider nicht. Allerdings habe ich schon in den Läden der Werkstätten eingekauft. Ich kenne die Einrichtung „Wohnen mit Handicap e.V.“ in Prien.

Worin sehen Sie den Auftrag der Werkstätten für Menschen mit Behinderung (für Gesellschaft und den einzelnen Menschen)?

Menschen mit Behinderungen ist es leider immer noch häufig verwehrt selbstverständlich Regelschulen zu besuchen und Ausbildungen in Betrieben auf dem ersten Arbeitsmarkt zu machen. Werkstätten für Menschen mit Behinderung bieten maßgeschneiderte Ausbildungen und Beschäftigung an.

Den Auftrag der Werkstätten sehe ich darin, Menschen mit Behinderungen auf den sogenannten ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten und nach Möglichkeit dorthin zu vermitteln. Oder ihnen sinnstiftende Arbeitsangebote mit eigenem Einkommen zu ermöglichen.

Wie wollen Sie die Inklusion von Menschen mit Behinderung im regionalen Arbeitsmarkt fördern?

Ich denke hier kommt es zum einen auf positive Erfahrungen von Arbeitgebern mit in den Werkstätten ausgebildeten Menschen und positive Erfahrungen von Auftraggebern mit erfolgreich ausgeführten Aufträgen an. Diese gilt es sichtbarer zu machen.

Und zum anderen muss das Landratsamt mit gutem Beispiel voran gehen und Menschen mit Behinderungen in all seinen Bereichen beschäftigen. Nur wenn wir alle den selbstverständlichen Umgang mit Menschen mit Behinderungen erfahren, werden sich auch auf dem ersten Arbeitsmarkt neue Chancen ergeben.

Deshalb ist ja der gemeinsame Besuch des Kindergartens und der Schule für alle Kinder so wichtig. Der Umgang mit Menschen mit anderen Fähigkeiten muss für uns alle selbstverständlicher werden. So können wir Vielfalt als echte Ressource begreifen lernen.

Zu den großen Herausforderungen gehört auch der Mangel an Wohnmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung. Wie wollen Sie da Abhilfe schaffen?

Wohnraum überhaupt, bezahlbarer und barrierefreier Wohnraum insbesondere fehlt, auch im Landkreis Rosenheim.

Das von der OVB-Weihnachtsaktion unterstützte inklusive Wohnprojekt von dem Katholischen Jugendsozialwerk in Rosenheim halte ich für den richtigen Ansatz.

Hier soll eine inklusive WG gegründet werden, in der Menschen mit Beeinträchtigung zusammen mit anderen leben, die keine haben. Vorstellbar ist das Zusammenleben von Studierenden und anderen Interessierten gegen Übernahme bestimmter Dienste und vergünstigte Mieten als Gegenleistung. Nur darf das in Zukunft nicht von Spenden abhängig sein.

Ich möchte die landkreiseigene Wohnbaugesellschaft beauftragen, innovative Konzept für gemeinschaftliches Wohnen zu entwickeln.

Wie können die bürokratischen Hürden bei der Antragstellung im Landratsamt zu verschiedenen Förderungen reduziert werden?

Anfang 2016 wurde im Landratsamt Rosenheim eine Fachstelle Inklusion eingerichtet. Deren Aufgabenbeschreibung umfasst neben der Umsetzung des Teilhabeplans auch die „Koordinierung zwischen Betroffenen, Dienstleistern und Behörden“. Mehr öffentlich wirksame Berichte über die Tätigkeiten dieser Fachstelle sowie die selbstverständliche Hinzunahme bei entsprechenden Anfragen im Landratsamt werde ich fördern.

Menschen mit Behinderung sind zum Großteil auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Wie stellen Sie sich einen barrierefreien Ausbau vor?

Bei der Vergabe der Konzessionen für die Buslinien und deren Betreiber muss die Barrierefreiheit der Busse eine Rolle spielen.

Außerdem müssen die Bushaltestellen in Gemeinden und Städten und vor allem in ländlichen Regionen endlich für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen und Eltern und Großeltern mit Kinderwagen bequem nutzbar sein.

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